Ein historischer Abriss der Entwicklung der Bademode bis zum Zwickelerlass 1932  Grundvoraussetzung des Entstehens der Bademode war die Entstehung von mondänen Seebädern entlang der Ostseeküste. Ein weiterer Grund war, dass man schon sehr zeitig die heilende Wirkung von Luft und Wasser auf den menschlichen Organismus erkannte. Eines der ersten Seebäder an der Ostseeküste war Heiligendamm. Einer der sich massiv für die Gründung eines Kurortes einsetzte, war der Leibarzt des Herzogs von Mecklenburg-Schwerin,  Prof. Samuel Gottlieb Vogel. Von seiten der Obrigkeit erhoffte man sich auf der einen Seite, zahlungskräftiges Klientel und Prominenz in die Seebäder zu locken, auf der anderen Seite, die Volksgesundheit zu verbessern. Wie aber stieg man nun in die heilenden Wellen der See ? Anfangs war das, abgeschirmt von neugierigen Blicken, in den sogenannten „Aalkästen“ ,kleine Badeschiffe oder Schaluppen. Die meisten der Badegäste blieben aber damals am Strande, in modischen Strandoutfits mit Hüten und Hauben verhüllt. Entscheidend für die Oberschicht war das „gesehen werden „. Auch in den an der Küste anzutreffenden Badekarren brauchte man noch keine Bademode, ein Handtuch reichte hier. In der Bevölkerung ging man meist, unbeobachtet, in Unterwäsche in den Seen und Flüssen baden. Um 1863 beschrieb man ein Badekostüm wie folgt : Ein Kostüm, beim Gebrauch der Seebäder zu tragen, bestehend in Beinkleid und Bluse aus schwarzem halbwollenden Stoff mit Netzhäubchen. Erst Ende 1860 wurde über einen Schwimmanzug für Damen berichtet, sehr aufwendig verarbeitet, mit Verzierungen, Streifen und Mustern, aber leider nicht wasserbeständig. Mit der Zeit wurden die Badekleider bunter und verspielter und es kam die Badekappe auf. Ziernähte, Gürtel, kleine Puffärmel, der Phantasie waren keine Grenzen gesetzt. Zweckmäßigkeit war zu dieser Zeit noch nicht angesagt. Um 1900 verzierte man die Badekostüme erstmals mit Streifen in abstechenden Farben. Es gab also schon eine Vielzahl von Kombinationsmöglichkeiten, Beinkleider, Jacken mit Schoßteilen, Blusen mit Gürteln, Badehüte in verschiedenen Formen und Badehauben. Modefarben waren Rot, Blau, Grau und Weiß. Die Herren wurden zu dieser Zeit in Bezug auf die Bademode total vernachlässigt. Größtenteils findet man hier gestreifte Trikots oder einfarbige Badeanzüge in kurzer oder ganzer Form. Seltener sah man die Herrn, Oberkörper frei, in kurzer gestreifter Badehose. Das Badekleid der Damen um 1906 sollte einfach aber auch elegant sein. Alle Badekostüme bestanden aus Hose und Jacke, verziert mit Bordüren und Stickereien, öfters auch dekorativ mit Gürtel. Um 1908 entstand eine Schwimmkleidung (auch Badesack genannt), bestehend aus einem sackartigen Gewand mit Gürtelschößchen verziert und Achselverschluß. Nach 1910 entwickelte man die ersten Badeanzüge aus Baumwolltrikot, meist farblich dunkel gehalten und die Ränder der Anzüge farblich abgesetzt. In der weiteren Entwicklung schon sehr eng anliegende Badetrikots. Man spricht hier im allgemeinen vom Schwimmtrikot. Nach dem ersten Weltkrieg entstand eine neue Lebenslust und Geselligkeit. Es wurde wieder Farbe gezeigt, die ersten zweifarbigen Badeanzüge kamen auf, die Stoffe der Badeanzüge wurden badegerechter. Der Einteiler war in den zwanziger Jahren sehr populär, in vielen Badeanstalten Deutschlands mussten die Frauen noch einen Rock darüber tragen, damit nicht zuviel Bein zu sehen war. Die wilden Zwanziger brachte viel freizügiges in der Bademode, dies war den konservativen Kreisen in Deutschland nicht geheuer, sie sahen die Moral in Gefahr. 1932 wurde dieser Freizügigkeit Einhalt geboten und mit dem Zwickelerlass festgelegt, welche Teile des Körpers beim Baden zu verhüllen sind.
Historie Badeleben
Anno dazumal
Jürgen Kraft Quellenangaben. Badeleben an Nord-und Ostsee   Jutta Kürtz                           Hundert Jahre Badeanzug          Lucie Hampel